Erstens kommt es anders, zweitens wie du denkst.. - 25. Januar 2010

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Ursprünglich gingen wir von einem langwierigen Füsseplattstehtag auf dem Indischen Visabüro aus... so packten wir alle Unterlagen, die wir für den Antrag benötigen würden, für die Buben Schreibsachen und geladene IPods und schlugen uns zum ,Glas House‘, worin sich das gesuchte Büro befand. Natürlich haben wir uns gut vorabinformiert und sämtliche Unterlagen kopiert und ausgedruckt sowie Passfötelis eingepackt. Wir haben ja auch extra unseren Bangkokaufenthalt so geplant, dass die Visasache klappen würde (gemäss Webpage). Am ersten Schalter fragte Reto scheu: „Wie lange wird das Ausstellen des Touristvisa dauern?“ „Five working days, untill next Monday.“ DAS geht doch nicht! Wir fliegen am 30igsten weiter... herrgottnochmals, jetzt haben wir alles so schön organisiert und nun dauert es einen Tag länger, als die auf der Webpage ankündigten!! Reto fragt: „Gibt es einen Weg, das Verfahren zu beschleunigen?“ „No sir!“


Okay, kein Indien! Sollen die uns doch mal! Trotzdem geben wir noch nicht ganz auf und betreten das Reisebüro gleich ausserhalb des Gebäudes. „Oh, Sir, wenn Sie Fr. 300.-- pro Person zusätzlich zu den Visa-Gebühren bezahlen, kenne ich einen Freund, dann haben Sie morgen die Visa in ihrem Pass!“ Das sind Fr. 1‘200.-- plus die Visakosten, nur um einen Beamten zu bestechen! Sicher nicht!!


Wir beschlossen, unser Glück dann in Hongkong nochmals zu versuchen... wir werden dann fünf oder vielleicht besser sogar sechs Businessdays einkalkulieren! Mit der heutigen Aufgabe gänzlich gescheitert, wollten wir die Chinatown besuchen. Wir lieben ja das hektische Treiben, das man in den Chinatowns dieser Welt erfährt, doch was wir hier antrafen, überstieg sämtliche Erwartungen!


Die Strassen waren gesäumt mit Geschäften mit Dingen, die man bis Anhin gar nicht wusste, dass es sie gibt, geschweige denn, dass man diese braucht! Die Regale waren so was von vollgestopft. Die Menschenmasse in den schmalen Gassen ging gleichmässig im Trott die Gänge entlang und da tutete es plötzlich hinter uns und ein Moped, vollbepackt mit Hundertundeiner Schuhkiste raste unbeeindruckt an uns vorbei. Die Gerüche (oftmals Gestänke) waren überwältigend, ebenfalls der Lärm - es war ein gigantisches Chaos... so etwas hatte ich noch nie erlebt! Roman überkam ein Kaufrausch und er hatte seine Masche vom Runtermärten so optimiert, dass die Verkäufer seinem Blick nicht mehr wiederstehen konnten!


Zirka drei Stunden schlendern wir ziellos durch dieses gigantische Labyrinth um danach plötzlich im Blumenmarkt Bangkoks zu stehen. Berge von Orchideen türmen sich vor uns, Rosen, soweit das Auge sehen konnte. Ich habe noch nie auch nur annähernd so viele Blumen in meinem ganzen Leben zusammen gesehen. Die Jasminblüten brachten eine wohlriechende Abwechslung zu allem bis dahin Eingeatmeten. Eine weitere Stunde gruben wir uns wie Maulwürfe weiter in diese weitläufigen Gangsysteme und endeten dann an einem Gemüsemarkt. Autos vollgepackt mit Ananas, Zwiebeln oder Chilis schnitten uns den Weg ab. Kisten von abgepacktem Gemüse säumten den Weg, die Fahrer der geleerten Autos schliefen in Hängematten auf der Rückseite der Ladefläche.


Die Eindrücke, die wir heute gesammelt, die Düfte, die wir eingeatmet und die Füsse, die wir plattgetrampelt haben, müssen alle zuerst verdaut respektive erholt werden. Es war einmalig - ein Erlebnis, das alle Sinne betörte. Morgen müssen wir unbedingt etwas Langweiliges machen ... och, richtig, das war ja eigentlich das heutige Programm!