Waschwillsidenn - 5. März 2010

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Mit durchschnittlich dreizehn Kilogramm Gepäck pro Person hat man wirklich keine hundertfache Kleidergarnitur mit dabei. So ist verständlich, dass wir unsere Kleider gelegentlich waschen müssen, insbesondere, wenn die Temperaturen so selten unter 30°C fallen (ich höre gerade gestreamtes DRS3 und die gaben mal wieder eine Eisglättewarnung durch. Ich stell aus Sympathie zu meinen Lieben daheim die Klimaanlage noch ein Grad kälter! Gern geschehen...)


Zurück zu meiner Wäsche. Ich brauche dringendst eine Loundry... nicht morgen oder übermorgen, nein heute. Alles stinkt schon bald so schlimm wie die Abwassersysteme, über die wir uns täglich balancieren müssen, um an die lauschigen Restaurants zu kommen. In weiser Voraussicht, packe ich statt der Wäsche das Point-it-Büechli von Fränzi ein, die Wäsche kann ich immer noch nach erfolgreichem Auffinden eines Wäschesalons holen.


Nach einem vierzigminütigen Marsch, wo ich von einem Eck zum anderen geschickt werde und dem dadurch unfreiwilligen Entleeren von über einem Liter Körperflüssigkeit via meiner Kopfhaut, finde ich mich inmitten eines Marktes wieder. Ich gehe zu einer Frau hin, öffne das Point-it-Büechli und zeige ihr mit meinem Finger auf die beiden Bilder: Auf einem ist eine Waschmaschine, auf dem anderen hängende Wäsche abgebildet. Es kann doch nicht so schwierig sein, zu verstehen, was ich will?!?! Die Dame gegenüber, und das gebe ich zu, war wohl mein Fehler, denn sie verkauft Kleider, will mir weiss machen, dass JA ALLE ihre zu verkauf stehenden Artikel gewaschen werden können! Das ist ja schön und gut, aber WO?? „Wash everything, yes!!“


Ich gebe auf und gehe weiter zur nächsten Frau, eine, die ein Restaurant betreibt ... die kommt wohl nicht darauf, mir ihre Artikel zur Wäsche anzubieten. Sie schaut lange die beiden Bilder an. Ich frage mich, ob sie je schon einmal ein Buch sah, auf das sich plötzlich ihr Gesicht erhellt und sie hocherfreut zu begreifen scheint, was ich will. Sie rennt ins Restaurant zurück und bringt einen Block und Stift. Mit schöner Schrift schreibt sie eine Adresse da drauf. Sie gibt mir zu erklären, dass ich ein Taxi brauche (das zufällig ihr Bruder anbietet..) und er mich gerne zum Geschäft ihres Cousins fährt. Ich versteh die Welt nicht mehr, bis ich begreife: Sie meint, ich suchte eine Waschmaschine zum Kaufen.


Mein Gepäck ist wirklich limitiert durch die Flugvorschriften uns so verneine ich ihr grosszügiges Angebot dankend und kauf mir ein Päckli Waschmittel und steh am Trog mit aufgeweichten Fingern und freue mich mehr denn je auf meine Waschmaschine daheim!